Der Wolf im Wolfspelz?

Ich verfolge die Entwicklung von OpenOffice, der frei und kostenlos verfügbaren Officesuite, interessiert seit 2002. In diesem Zeitraum hat sich das Projekt, das aus dem Sun StarOffice hervorging, unter der Führung von Sun in erheblichem Maße weiterentwickelt. Dieser Entwicklung zolle ich hohen Respekt.


Für mich ist die OpenOffice-Suite seit Jahren mehr als nur eine Alternative sondern vielmehr meine erste Wahl. Und das ist so unter Windows, Linux und Mac OS X. Für die allermeisten Bedürfnisse ist das Gesamtpaket mehr als ausreichend. Vor allem den OpenOffice-Writer (die Textverarbeitung) nehme ich sehr gern für das Entwickeln langer strukturierter Texte mit Grafiken im Fließtext. Wer so was schon mal in Word basteln durfte, hat eventuell eine Ahnung wie man schnell zu grauen Haaren kommt.

Nun wurde Sun Anfang diesen Jahres von Oracle übernommen. Schon im Vorfeld der Übernahme sowie im Nachhinein gab es Aussagen und kleinere Scharmützel mit einigen der durch Sun betreuten Projekte. Nur mal so: Sun hatte zum Zeitpunkt der Übernahme zum Beispiel MySQL, OpenOffice.org, Solaris/Opensolaris, Eclipse und vor allem Java im Portfolio bzw. unter seinen Fittichen. Das allein ist ja schon eine ziemliche Perlenkette.

Im Sommer kam es dann zur Einstellung des OpenSolaris-Projektes durch Oracle. Heute meldet heise.de, dass sich die OpenOffice-Community von Oracle lossagt. Das Neue Projekt nennt sich vorerst LibreOffice unter dem Dach der Document Foundation. Man Oracle zur Mitarbeit eigeladen und bittet als Beitrag zum Eintritt um die Rechte an dem Namen OpenOffice.org die durch die Sun-Übernahme an Oracle gegangen sind. Das klingt für mich nach einer Trennung im freundliche Einvernehmen.

Nun ist es ja nicht so, dass Oracle diesen Projekten direkt das Licht ausmachen kann. Da sind ja die jeweiligen Lizensierungen davor. Nur sind in der Vergangenheit schon so manche OpenSource-Projekte ohne eine entsprechende Leitung irgendwann gescheitert oder wurden eben nicht professionell genug betrieben.

Ich kann und will hier gar nichts bewerten, da ich viel zu wenig Hintergrundinfos habe und eh nur nachplappern könnte, was andere bereits geschrieben haben. Jedoch würde ich es bedauern, wenn ein Konzern nach der Übernahme eines anderen, alle potentiell als Konkurrenz angesehenen OpenSource-Projekte abschießt. Ohne die oben genannten Projekte und sicherlich auch noch vieler anderer nicht so in der Öffentlichkeit stehender wäre die Computerwelt sicherlich erheblich weniger bunt.

Ich arbeite gern mit guter Software. OpenOffice ist so eine.

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